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Full text of "Gelandet [microform] : ein dramtisches Gedicht, 1916-1917"

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Das Gedieht erschien zuerst als Privatdruck in 
32 Exemplaren <hergestent auf der Revillon- 
Presse in Laon, März 1918). Die Hälfte der 
Auflage wurde vom A.^O.^K. 7 besdilag^ 
nahmt. Die Anklage seitens des Kriegsgerichts 

verhinderte der Ausbrudi der Revolution. 

» 

Eine Liebhaber - Ausgabe von Paul Zedi: 
»Gelandet« wurde im Auftrage des Roland- 
Verlages in Mün(hen=Pasing im Frühjahr 1919 
in der Druckerei von Dietsch 'S) Brückner 
zu Weimar hergestellt. In den Handel kamen 
50 Exemplare, die von I — L numeriert und 
vom Verfasser signiert sind. 



• Alle Red)te, 
besonders das der Übersetzung, vom Verlag und Autor vorbehalten 
Amerikanisdies Copyright by Roland -Verlag Mündien-Pasing 1919 



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^ 

§ 






DIE GESTALTEN: 

Der Erste Gefangene 

Der Zweite Gefangene 

Der Dritte Gefangene 

Der Tod 

Der Henker 

Der Schließer 

Der Konimissar 

Polizisten 

Bürger 



EIN ALTES FESTUNGSVERLIESS 
IN EINER SÜDDEUTSCHEN STADT 



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Ein aus unBeßauenen Steinen gesSiStetes Gewöfße in saaf' 
artigen Ausmaßen. ReSts eine dicße Eisentür. Vorn ein Ten* 
sterguadrat in üßerMannsBößej Na<£t fiegt auf den Stßeißen. 
In der Mitte des Gewöfßes ßauern zwei Gestaften, geßrümntt 
unter einer Last von großen Ketten wie Tiere. Die Gesicßter 
sind ßartverwifdert und ßaum zu seßen in dem feuStfauCigen 

Stroß. 
Es ist die Macßt naS einem aßgescßfagenen Vofßsaufstand -,i, 

DER ERSTE GEFANGENE ■'% 

ßafß aus dem Scßfafsicß aufricßtend '■ 1 

Grabt midi nodi tiefer ein, " -' 

tragt die Gebirge ab und sdiiditet sie 

auf mein zersdiundenes Gebein, 

daß idi verwadise mit dem kalten Stein, 

daß sidi die Stimme, die midi niedersdirie, 

im Edio wiederhört bis sie ganz klein 

und abgetönt zurüdifällt in das Grau. 



Was zögerst Du nodi, beilgezüdtter Arm? 
Mein Sdiidcsal ist in diesem Bau 
wie eine Glodte aufgehangen, 
ist jedem Wind Begräbnis und Alarm. 
Die steilste Tat ist wie ein Traum zergangen, 
kein Sdilaf fällt mir mehr ein . . , 

Pause 
Grabt , , . grabt midi nodi tiefer ein. 

DER ZWEITE GEFANGENE 
vor Mattßeit fast zerßreSend 

Sdilaf . , . Sdilaf . , , und immer wieder Sdilaf, 

mit jedem Sdiludc aus diesem Krug, mit jedem Klang 



.i?ciyLÄiiA';^v;--^^;«,^--i.,.^.^.;--,-^-;.v- ■ ■.-*.■■ . ".' „,■■ ■' _.-'i.^.^-.v-r." , '-;.v.-.s^-"- "'::, .r'-yt-'^ri ^.■ijiii"'^ -i: .■ 



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der Kette, die midi würgt. Der Tag steht jahrelang %■ 

if{ diesem Raum. Mein Traum spridit wie ein Phonograph 

die Zahlen nadi, die idi mit jedem Sdiritt hersage, 

Idi bete das Geräusdi des Sdilüssels an, 

idi heule auf hei jedem Stundensdilage, 

idi weiß nidit, wo idi Elender begann, 

idi fühle nur, daß sidi ein abgelaufenes Dasein wendet. 

Die Zeit wird einmal sdiwer ersdirodcen stille stehn, 

die Pause eines Atems wird vergehn, 

eh hodi vom Himmel hergesendet 

die neue Ordnung neue Räder weiterdreht 

und wieder rosiger Frühling über die Welt hinweht. 

Stiffe. Wasser von den Wänden ^fopft auf den EstriS nie' 
der. Windstöße feifen an den GitterstäBen des "Fensters 

DER ERSTE GEFANGENE 

fäfCt in die Raserei eines tierisSen GescBreis, sSfägt die Ket- 
tenenden zusammen. 5c£fuc£zt 

Grabt . , , grabt midi nodi tiefer ein . , , 
Grabt midi nodi tiefer ein ! 

DER ZWEITE GEFANGENE 
versuSt Trost in die Harte der Stimme zu gießen 

Mein Traum war lauter Lust und Lidit ... 

O, Mutter, spridi nur einmal nodi, der ganzen Welt zum 

spridi jenes nothafttiefe Wort: mein lieber Sohn, <Hohn, 

Gesidite lügen nidit ! 

Spridi didi, spridi midi, spridi alle Engel aus, 

sing Gottes Melodie durdi dieses fürditerlidie Haus , . . 

8 



■:pk>, DER ERSTE GEFANGENE ■;-'■ 

greift mit den Händen in die Erde 

Ewig ist Finsternis . . . Kein Sdiein kommt mehr herein, 
Gerudi , . . Gesicht , . , Gefühl sind kalter Stein, 

DER ZWEITE GEFANGENE 
mit wieder härterer Stimme 

Schon sieben Tage dieser kalte Schrei im Raum , , . 
mein Bruder weine , . , wein das Herz heraus. 
Wir weinten nicht genug. Wir glitten aus 
vor lauter Mitternacht und Traum um Traum. 

DER ERSTE GEFANGENE 

Nie war ich so allein und nie war so viel Stein 
gemauert um mein Sein. 

Pause 

DER ZWEITE GEFANGENE 
Boßf, wie in den ABgrund seines Herzens ßinunter^fagend 

Wenn auch die Stirn, die ich erhob, 

die Klammer sprengte und der Raserei des Bluts 

heiliges Tor war in die Ebenen zu kochen : 

nie wird dem Tun auf Erden Recht gesprochen, 

solange noch die Bürger guten Muts 

dem Bändiger sich kuschen. Amt und buntes Band belobt 

den Hieb der Peitsche und den Nacken, der sich duckt. 

Ein Heer von Götzen schiebt sich zwischen die erhobenen 

Der abgebrauchte Zirkustrick <Hände. 

zuckt imm^r noch als Blizzard über die Gelände 

und steilt sich auf Altären zum Geschick. 












^\-.'rÄ^^^'^ViJiiki^£:iä!^,^i^i±Ji:ti^^ 



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DER ERSTE GEFANGENE 

mit fieSrig zuckendem Mund 

Wie bin idi krumm geworden schon und klein. 
Die Erde ruft, grabt midi nodi tiefer ein ! 

Auf den Gängen vor dem GewöfBe sSaffen Radaus wie von 
Trunkenen. ScBfüssef scßfagen an die Eisentür. Eine Woge 
von Li St stürzt in den Raum und faßt die GesiSter der Ge* 
fangenen wie Totenscßddef sc£einen 

DER SCHLIESSER 
unsicßer sicß vortastend 

Heut Nadit fließt süßer Ungarwein , , . 
ja Ungarwein . . . besoffen sollt ihr alle sein . , . 
von Ungarwein . , , besoffen sein . , , 

Stiffe 

DER SCHLIESSER 
Bofjrt die Augen in das Hafßdun^ef 

Besoffen sollt ihr alle sein . . , 

DER ZWEITE GEFANGENE 
ßart 

O hohler Teidi voll Widersdiein, 

ganz nahe mir: 

stürz midi hinein 

du Ekel von Getier, 

das meine Nädite irr durdistöhnt, 

das midi mit jedem Wort besdiimpft, verhöhnt — : 

stürz midi hinein ! 

DER ERSTE GEFANGENE 
Aus dieser Zeit gibts nur den einen Ausgang: Tod! 

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Daß noA SO viele ZU leben wagen, 

den Mut noch haben, für ein Wiedersehen sidi zu sdilagen, 

ist des Gemetzels allertiefste Not. 

DERSCHLIESSER 
m/t angesoffenem Gurgefn 

Stumpfsinniges Gezüdit, fürs Sdiwert zu feige, 

zu wenig für den Galgen — : flennt das Nadit für Nadit 

Erbarmen und Geridit . . . hopp , . . aufgewadit! 

Die Beine hodi ! Die Hände hodi ! Idi geige 

mit diesem Sdilüsselbund das Menuett. 

DER ZWEITE GEFANGENE 
fassungsfos 
Nur eine Stunde, Herr, nodi laßt mir Rast, 
daß meine alte Kraft 
aus der umklirrten Haft 
aufbäume Ast in Ast! 

DurS cfas 'Fenster sSfägt die TrüBe wie Bfut. 
Die Gestatten waaßsen ins Riesenßafte 

DER SCHLIESSER 
tor^eft tiefer in den Raum. Gröfift. Scßfägt mit ScßfüssefBund 

und Beinen den Tah 

Die Beine hodi! Die Hände hodi! Idi geige 

mit diesem Instrument das Menuett. 

Die Beine hodi ! Die Klumpen Fett 

von Wanst und Arsdi heruntertanzt! 

Tanz was du kannst 

mein Zottelbär, 

tanz ohne Bein, | 

tanz kreuz und quer 

11 



mein StaAcIsdi wein, 

den Bärentanz, 

den Sdiweinetanz 

im Ringelreihenrosenkranz, 

tanz bis der Morgennebel graut. 

Tanzt bis ihr eudi vor Lust bepißt 

und tanzt um euer Seelenheil, 

umtanzt den Galgen und das Beil, 

bis eudi mit Haar und Hirn und Haut 

der Teufel frißt, der Teufel frißt! 

tanz was du kannst mein Zottelbär, 

tanz ohne Bein, 

tanz kreuz und quer 

mein Stadielsdiwein. 

Den Bärentanz, 

den Sdiweinetanz 

im Ringelreihenrosenkranz . , . 

tanzt! Tanzt! 

Kfatscßt wie ein Sac^ zusammen. Gurgeft. ScßCägt in ein 

Scßfucßzen um 

DER ZWEITE GEFANGENE 
aufrecßt mit geSreiteten Armen 

O räudige Welt, was wediSt du midi aus meiner Ruh 

mit dem Gespenst des Einst zurüde ins Rot? 

Laß deine Lust nur aus an mir. Greif riesig zu : 

die Hand, das Herz. Nodi hat der Tod 

sie nidit verkühlt, Nodi sind sie laut, Nodi ist es Zeit, 

Durdi Bäume rausdit nodi immer das Terzett 

der Sterne, Tag und Nadit sind nidit zu sdieiden. 

Auf halber Höhe war idi sdion zu Gott, von Ewigkeit 

war idi gesdiwellt: da bradi das Brett,- 

12 







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nun bin idi wilder Heide unter Heiden. 

Greif riesig zu, wenn meine Brust sidi bäumt 

mein Mund aus bösen Naditgesiditen sdiäumt. 

Greif riesig zu! Sei Sdilag des Hammers oder Amboßton! 

Sei Henker oder Gottes Sohn ! 

DER SCHLIESSER, 
immer noS gurgefnd 

Tanzt . . . tanzt . . . den Bärentanz, 

den Sdiweinetanz 

im Ringelreihenrosenkranz . , . 

Tanzt! 

DER ERSTE GEFANGENE 
siS vor Scßmerzen krümmend 

Sdilag weiter, Herz, zerbeiß. 

das viele Eis, 

die Toten alle, meilenweit vor meinem Innen, 

der Ströme berstendes Gerinnen ! 

DER ZWEITE GEFANGENE 
mit fießriger Ergriffenheit 

Wir wollen taub sein, blind sein diese Nadit. 

Idi fühl es tief im Blut : die Welt hat wieder Glodien 

hinausgetönt. Die Straßenläufe stodien 

vor Lärm und Lust. Der Train braudit rote Fradit, 

die Mütter greinen nodi nidit sdiwarz genug, 

die Kinder taumeln nodi durdi grüne Reifen 

und greifen nadi dem LuftsdiiflF, das mit spitzem Bug 

das Blau zerreißt in mordgesdiwellten Sdileifen. 

Statt jener Sdilangen, weit, elektrisdi weiß — : 

gieße, o Himmel, deine Engel aus. Ein Angesidit 

steil auf mit meinem Mund, der endlidi spridit: 

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ein Angesicht, das durdi die rote Wollust brennt wie Eis/ 

ein Wort versammelnd alle Einzelhaft, 

umbaut von Brudersdiaft und Sdiwur und Kraft. 

DER ERSTE GEFANGENE 
erregter scßon 
Wir haben kein Sdiwert mehr, wir können nur heulen. 
Wir haben kein Ohr mehr, wir stürzen vergreist. 
Und unten auf Mensdien donnern die Keulen : 
Zersdimeißt! Zerreißt! 
Wir werden, ein Spuk, in die Grube fahren, 
der Sommer wird Blumen streun. 
Aber die Enkel mit hellgoldenen Haaren 
werden bereun — : 
daß sie zu spät und zu klein 
in die Gehirne bradien ein . . , 
zu spät und zu klein ! 

DER SCHLIESSER 
wäfzt sic6, grunzt 

DER ZWEITE GEFANGENE 
stößt den Scßfießer mit cfem T'uß, wie man einen Ige f fortstoßt. 

Vor Ehf 

Wie Lästerung Jehovas geifert das Pamphlet 

vom »Kampf ums Sein«,- anekelt der Versudi, 

mit einem neuen Mord den alten Fludi 

zu bannen. Gottes Sätze haben die Minister umgedreht, 

zum Podium der Radie seinen Dom erniedert. 

Sieh deine Hände rissig und zerfetzt ! 

Sieh deine Augen ohne Farbe und entsetzt! 

Sieh dein Gesidit von Sdimutz unsäglidi angewidert. 



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DERSCHLIESSER -: 

ricBtet sit£ tnüBsam auf 

Tanzt . . . Tanzt . . . ! 

HeBt die Beine wie ein Mastodont. Scßwer. KiSert 

DER ZWEITE GEFANGENE 
zorngescßwefft 

Genug des Spotts ! Jetzt seh idi wieder klar. 
Jetzt bin idi wieder der Barbar 
und Manns genug, mit diesen Kettenenden 
den sdiauerlidien Mißton zu beenden. 
Reiß auf das Tor! Krümm dein Genick 
zum Teppidi mir! Nodi diesen Augenblick 
sei Sprungbrett mir : zu fliehn ! 
Nicbt aus der Sdiuld . , . nein, in die Not, 
vorbei dem Tod, 
als Fahne über den Heeren, 
daß sie gesammelt wiederkehren: 
das brüchige Skelett 

der Städte zu bewalden mit dem Ehebett. 
Schließ auf das Tor, spiel mit den Sciilüsseln auf 
zu gottgewaltigem Eroberlauf ! 

Stürzt sicß auf den Scßfießer, der, pfötzficß voff Besinnung, 
nacßder Waffe greif. Von draußen scßfägt Humuft Berein. Das 
GewöfBe ist tagBeCf. Dumpfer Kampf auf dem EstriS. Zwei 

Tiere Beuten 

DER ZWEITE GEFANGENE 
BeuSend 

Jetzt bist du mein, den ich durch tausend Gräben 
umsonst verfolgte. Mein bist du und endlich wahr,- 
wirklicher Feind mit Faust und Stirn und warmem Blut, 

»5 




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verwilderter als jene Tiere hinter den Stäben 
des Käfigs,- jeder Haudi des Mauls und jedes Haar 
auf deinem Haupt ist mein ! Idi hämmere die Wut 
der ganzen Zeit in dein Gehirn. Dein Sdiuldig ist in Stein 
Durdi alle Höllen sei verfludit! <gebudit. 

Pofizisten stürzen in das Gewöfße. Zerren den Dritten Ge- 
fangenen an scßweren Ketten. Der Zweite Gefangene faßt aß 

von dem ScßCießer 

DIE POLIZISTEN 
mit dem Lärm der Breiten Straße 
Pad^t ihn, knufft ihn, werft den Störenfried 
in den sdiwarzen Abgrund dieser Zelle, 
daß ihm das Geziefer Glied um Glied 
abfrißt, daß er über diese Sdiwelle 
nie zurückbridit in den Weltenbau 
unserer Siege, unserer rausdienden Fanfaren, 
Das Gesindel ist nidit wert, vor dem Verhau 
heilig zu verredicn. Da wir lustig waren 
auf den Straßen hinter Kriegerweibern, 
brach er wie ein Rudel von vertierten Treibern 
in die Andadit unserer Betten ein, 
madite sidi mit dem Zivil gemein, 
riß die Fahne von der Stange 
und zersdimetterte das Monument, 



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Padit ihn ! Knufft ihn ! Auf den Riditblodt mit eudi allen ! 
Kugeln sind zu sdiade, daß sie eudi zerknallen. 
Nodi zu wenig seid ihr für das grinsende Gebiß 
angesoffner Neger, daß es eudi zerfetze, 
daß eudi unsere Radie hetze 
mit Skorpionen nodi von Finsternis zu Finsternis. 
Zwei Pofizisten scßfeifen den Scßfießer fiinaus, der wie ein 
Bocß vor Irunkenfjeit und Wut meckert 

16 



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DER ZWEITE GEFANGENE 
mitrauSenderEntscßCossenßeit 

O, Brüder, die ihr eisern einbredit in den Raum, 
ist draußen nidit genug zerfleisdite Erde? 

DIE POLIZISTEN 
Wir binden eudi an Schwänze unserer Pferde 
und jagen eudi zu Sdiaum ! 

DER ERSTE GEFANGENE 
Das Mideid, das die Mütter eudi lobsangen, 
wohin seid ihr gestürmt vor lauter Jugend? 
An euren Säbeln starb der Mütter Tugend, 
Der Odem Gottes ist eudi ausgegangen. 

DER KOMMISSAR 
frecß, ßöBnend 
Hiebe, Hunger, Ketten, Dürsten sind 
eudi zu zähmen mir gegeben. 
Ihr sollt heulen, aber ihr sollt leben, 
in den Gräben bis ihr blind, 
krumm und alt seid. 
Dann mit einem Greisenladien 
dürft ihr in die Zeit 
wie ein ausgelassener Witzbold kradien, 

aß. 
Die Po[izisten stoßenden Dritten Gefangenen auf die Stroß' 

scßütte 

DER DRITTE GEFANGENE 
in der Masße Cßristus, aus tiefen Wunden ß tutend 
Simson, Philister über dir! 
Simson, Philister über dir! 

2 17 



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DIE POLIZISTEN 
sSnappen mit den Tingern 

Gewürm, elende Brut, 

wir sehn uns wieder, wenn das Blut 

aus euren Hälsen in die Gasse sdiäumt. 

DER ZWEITE GEFANGENE 
wifcf vor den Pofizisten 

Oh, es ist ohne Lust für eudi, die Faust zu rühren ! 

Ihr seid nodi kinderhaft verspielt und blind 

vor Muttermildi, Und wenn es blitzt, kriedit ihr ins Spind 

und laßt die Bettler sterben vor den Türen. 

Was in uns stark war, muß als Sohn in Blut und Sdilamm 

durdis tehen, auf daß ihr eure Fahnen, eure Feste 

verhundertfadit, daß ihr ein Obdadi habt und auf dem Damm 

das Sdiauspiel heftigen Verkehrs, die weiße Weste 

im Landtag und die Fürsten seit August, 

Was eudi, die ihr nodi seid, besdiützt, 

ist wert gehängt zu werden, 

bis von den Steppen her die BüfFelherden 

einbredien in den morsdien Bau der Stadt. 

Idi will wie der verlorene Sohn hinknien 

vor dem Erlauditen, der das erste Sdieit 

hineinwirft in den Haufen Kasdi ,• in Ewigkeit 

will idi ihm dienen, als sein Sdiatten ziehn 

durdi Straßen, die wie Seen abendglatt 

und ausgewandert stehn. 

Und wenn wir gehn, 

sdilägt unser Herz den Sdiritt, 

in unseren Zehen sdiweben alle Engel mit. 

Ihr aber müßt erst brennen, 

durdi die Million Ersdilagener Not und Buße flennen. 

i8 



lind steht ihr bcttcinackt dann vor den Türen — : 
Oh, es ist ohne Lust für eudi die Hand zu rühren! 

Durcß cfas Zeffenfenster Brennt der Hag intensiver. Das Ge- 
_ wöfBe tropft von Wasser 

DER DRITTE GEFANGENE 
aufrecßt im Raum, mit den gefesseften Händen zur HöBe empor 

Ah , . . aufgebäumt : 
Simson, Philister über dir! 

Die PoCizisten weicßen facßend zur Tür. Aß 

DER ZWEITE GEFANGENE 
wirft sicß nieder auf das Lager. ZieBt den Ersten Gefan= 

genen mit 

Es ist kein anderer Trost als der — : 
ewig ein Sdiwert durdi unsere Seele quer I 
So wart idi weinend, bis es ganz durdistößt, 
mit meinem Blut die Welt von aller Welt erlöst. 

Das GrauenBafte des GewöfBes ivird immer sicßtBarer. Eine. . . 
zwei. . . Minuten fang ist nicßts aCs der unruBige Gang des 
Dritten Gefangenen zu Boren. Die anderen rufen iBn nicBt an. 
Und er Bat nur den trotzigen Kopf Bocß und die OBnmacßt der 
'Fäuste in dem KettengeBfirr. 
Der Erste Gefangene seufzt . . . seufzt 

DER DRITTE GEFANGENE 
endCicB, aBer oBne BeacBtung der Anderen 
Nidit Einer . . , Tausend , . , nein — : sie alle müssen stehn, 
die Gräben uradrehn, rüdiwärts die Kanonen drehn ! 

DER ZWEITE GEFANGENE 

Aus deinen Haaren, Zuwadis, raudit nodi der Gerudi der 
sdieußlidi auf deiner Stirne brennt das Mal. <SdiIadit, 

2' 19 



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'-\tiVf, 




Hat didi das heiß gcmadit, " ■ j- 

das — : tief in eine Bruderbrust hinein den Stahl? 

Die Wadiheit kommt zu spät und ist nidit mehr 

zu sühnen. Alles donnert drunterher und drüberher *i3 

und denkt nur in Kolonnen nodi und Reihn 

und gibt den Ziehenden gleidi mit den Leidienstein. 



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DER DRITTE GEFANGENE 
u^i'e von einer ICrißüne herunter 

Soldaten, alle, sammelt eudi, seid wieder 

emsige Arbeit in Kontoren, in Fabriken 

und donnert Sonntags an die Seen nieder, 

rausdit durdi die grünen Kiefernrepubliken. 

Ihr seid verführt, dodi nidit zum Mord geboren, 

nur sdiwadi, wie Kinder mandimal Tiere quälen 

um eine Sensation Azs Sdireis aus angstverstörten Kehlen. 

Wir alle haben das Gesidit des Ewigen verloren 

in einem Übersättigtsein an Güte, >. 

die ohne unser Zutun Knabenstirnen überkam. »</ 

Nun aber brennt die rote Sdiam 

durdi unser Blut und treibt das Herz zur Blüte. 

DER ERSTE GEFANGENE 
gfäuBig 

Wer bist du. Fremder? Deine Stimme ist Musik. 

O hör nidit auf zu singen, zur Gewalt 

gelangte Republik. 

Sieh, meine Hand ist hart wie deine und zur Faust geballt. 

Wir sind vom selben Brudertudi umgraut, 

vielleidit der gleidien Sdiande angetraut. 

DER DRITTE GEFANGENE 
Was idi erträumt : 
hab idi hinauf gebäumt. 

20 



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^mM 



Am Firmament mit Blitz und Wind 
das Morgenrot beginnt ! 

DER ZWEITE GEFANGENE 
Tiere in Ketten und Blut 
kusdien sidi, \)7erden sdineerein, 
sdimelzen wie frühlingsumsdiauerte Flut 
in midi herein ! 

DER DRITTE GEFANGENE 
Sieh meine Nägelmale . . . 
Dodi ihr, verwilderter denn Dorn und Tier, 
was tatet ihr? 

DER ERSTE GEFANGENE 
inßrünstig, (eise 

Idi halte dir die Ohnmadit meiner Hände hin, 
idi halte dir die Larve meines Hirnes hin, 
idi halte dir mein ganzes Innen hin 
zersdiunden, widerlidi und ohne Sinn . . . 
Idi heule auf: wann bin idi wieder hartes Kinn 
und herrisdier Beginn? 

DER DRITTE GEFANGENE 
siS zu den anderen niederßeugend 

Nidit irgendeinmal, morgen sdion kann Sonne sein ! 

Bete didi rein, 

eh nodi der letzte Stein 

hinsdimilzt dem Sdiein. 

DER ZWEITE GEFANGENE 
aßweisenden Gesicßts 

Das Blutmeer hat den weißen Sdiein des Lidits erstidtt, 
der rote Ball wird nie mehr einen See bestrahlen. 



21 






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Hohl sdiludizt der Wald und sdiwarz stehn Kathedralen, 

die Mauern häufen Aufetand und Edikt, 'M 

und sdinallst du midi nodi einmal auf den Bodc '""'^ 

und reißen tausend Neger mir die Zunge aus und bredien 

die weißen Eisen vor: mir nodi die Augen auszustedien, 

knirsdit mein Genidt zersdimettert auf dem Blodt — : 

der sdiwarze Blutsturz bäumt sidi auf zu sdirein, 

daß ihr nidit mündig seid, Geridit zu halten 

auf einer Erde, wo entmensdilidite Gewalten 

sidi fredi ermessen Erben Zebaoths zu sein. 

Idi setze meinen abgesdilagenen Sdiädel in das Spiel, 

als letzten Trumpf auf diese eine Karte, 

bis sidi auf eurer niedrigen Stirn die harte 

Mordfalte glättet, bis das Krokodil 

weinend zergeht, kein Sumpf nodi ist und sdilediter Wind, 

ein Wölkdien vom Beginn der Bläue aufgesogen. 

Gewaltig wölbt sidi mir ein Regenbogen, 

auf dem die Treppen sind, 

die steil zu einer rundlidien Oase führen. 

Und langsam kommt mir Atem wieder und das Blut 

zurüdi dem Herzen. Wie auf Daunen ruht 

das Hirn und Sanftheit sdiließt die Türen. 

DER ERSTE GEFANGENE 
Beginnender Irrsinn um den Mund und in den Augen 
Vergessen habe idi die Heimat deines Namens 
und den Altar nodi deiner armen Hände. 
In uns ist nidit ein Haudi mehr deines Samens, 
nur hohles Edio brandgesdiwärzter Wände. 

DER DRITTE GEFANGENE 
ganz mütterficß und aufgeföst 
Nur dieses eine Mal enträtselt eudi zur Wahrheit, 

22 




nur dieses eine Mal sagt alles aus, 
daß sidi das neue wolkenhafte Haus 
erbaue aus den weißen Quadern Klarheit, 

DER ZWEITE GEFANGENE 

aBwefJrend 

Du bist zu rasdi durdi unseren Tag geflogen, 
die Kirdien haben didi nodi kleiner uns gebogen, 
die Zeit hat didi verstaubt . . , 
irrsinnig, wer an Deine Auferstehung glaubt! 

DER ERSTE GEFANGENE 
in der Steffung eines sicß aufricßtenden Bären 

Vor einem Wald von Walnuß und gereiftem Wein 

stand meine Kompanie in halbem Kreise. 

Nadimittagswolken zogen und die Meise 

sang und bezwang ausklingend nodi den letzten Stein- 

Idi hörte nur das silberne Gezwirsdier, langsam fiel 

der Panzer von mir ab, ein warmes Fluten 

bespülte meine Haut, die voller Striemen war von Ruten. 

Und meine Augen hatten nur das eine Ziel, 

den abgefeimten Tempelsdiänder zu durdibohren, 

der deinen Namen, Christ, heraufbesdiwor, 

der in die Nägelmale seine Fäuste stieß,- dein Ohr 

mit einem Aufwand von Gesdiwätz bestürmte, bis du irr^ 

wie ein Geblendeter im Raum erstarbst, <verlorcn 

dein Hilferuf an Stirnen einer Tierheit hohl zersdiellte 

und wie ein Sdiatten spurlos durdi die Landsdiaft sdinellte. 

Daß du sdion Millionen Jahre s,o verdarbst, 

daß du nidit aufstandst und den Hohn, 

das tausendköpfige Reptil der Gottanbeter, 

der Hohenpriester und der Leisetreter 

zerbradist — : bist du nodi Gottes eingeborener Sohn? 

23 



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Bist du nodi der Geknediteten, der Ausgewiesenen Symbol? 

Das strahlende Wunder nodi und der Verniditer ("f 

der Hoffart und der sdiwer in Streit verstrid^ten Riditer? 

. . . O Herr, idi hob die Geißel und den Fludi 

und sdilug den Hund mit meinem wildesten Ergrimmen, 

mit einem Ekel ohnegleidien nieder, Feuerstimmen 

beflügelten mein Tun, ein rotes Tudi 

umflatterte mein Auge, strömte um die Stirn, 

wie wenn das Blut der Hungerkrisen in den großen Städten 

weltübersdiwemmend einbradi in das zitternde Gehirn. 

Idi weiß nur nodi, daß midi ein spitzer Stahl 

zurüdistieß, daß sidi Strid^e sdinürten 

um meine Fäuste, daß midi Kameraden führten 

wie Sdiladitvieh in das Arsenal 

der Henker und des sdimerzlidien Alleins. , ^ 

n 

Nodi bin idi sdiwer von dem entflammten Wüten, | 

nodi blenden midi vom Fenster her die hodierglühten 
Gewölbe eines Feuersdieins. 



O käme endlidi wieder Nadit, die Kühle dieses Baus 
wie Wasser meiner ausgedörrten Kehle , , , 
Wann donnern wieder die Befehle 
des großen Sdilüsselbundes durdi das Haus? 

DER ZWEITE GEFANGENE 
Betrug, wohin das Aug, das Ohr sidi wendet, 
kein Mund ist frei von Lug und Zauberei, 
sie denken alle sidi in Ruhm und in Eroberungen frei 
und keiner will »Besiegter« sein, wenn das Bekriegen endet. 
Wer darf nadi soviel Tod nodi sagen: Sieh, idi bin?! 
Und wer mit vorgeredeter Brust — ':Idibaueauf?! 
Die Sdiar, die soldiem Afterfürst folgt, ist gekauft 

24 



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und teilt mit ihm den finsteren Gewinn ... ; ^y • ^ * 

Was uns geziemt, ist nidits als Söhne,- 

bis in das vierte Glied nodi Büßer wir, 

zum Tempel wadisc diese Zelle hier 

und jeder Bordstein zur Tribüne. 

Der Zug, der unten lärmt, will einen Moses*Mann. Ji 

Bist du der riesige Prophet, 

Fremdling, führ, eh dem Volk der Sdiwung zergeht, 

fuhr uns in diesem Augenbli A nodi an ! 

DER DRITTE GEFANGENE 

/(aum verständficB in dem Gefärm von Stimmen, das von f er* 

nen Straßen BereinscBalft 

Die Faust des Himmels langt sdion durdi das Dadi. 
Ersdiredct nidit vor der Bläue dieses Riesen, 
wenn unsere Ketten von den harten Fliesen 
sidi lösen und die Wunder: Ölbaum, Ährenfeld und Badi 
plötzlidi ersdieinen über uns und unter uns geweitet! 
Verwandelt dann die Welt : der Arme endlidi reidi, 
der Reidie nodi dem letzten Bettler gleidi, 
kein Bruder, der sidi um Befehl und Herrsdiaft streitet. 
Vor Rosen brediend, biegen die Gebäude ein, 
Gezwitsdier sdiallt herab von steilsten Zinnen, 
die Orgel braust vorauf dem Zug der Sdinitterinnen 
und alle Straßen sind wie Ströme aus Gestirn und Sonnen- 

Pause sdiein! 

Der Dritte Gefangene wandert erregt auf und aß. Der Zweite 
Gefangene fJorSt angestrengt in den Lärm von draußen 

DER ERSTE GEFANGENE 
na<ß einer Weife, und versöBnficßer scBon 

Ja, wenn du das erreidist, daß wir uns alle bei den Händen 
daß wir uns, statt um Fetzen Erde hassen, <fasscn, 

25 






verbrüdern, bis der blutige Sdiattcn weidit, 

wenn nur die Sdiuld Versöhnung wird und Sakrament, p 

die Maske Kain: Teufel unseren Knaben — : ' V 

ist seine Sdiuld gelebt zu haben 

wert, daß ein Platz sie steilt als Monument, 

woher uns Einkehr kam und Tat, 

geheiligtes Einander allen Straßen, 

Zartsein und Milde ohne Maßen 

und Gottes letzter Staat . , . 

DER ZWEITE GEFANGENE 

voff grimmigem Widerspruch, wie ein Baum verwurzeft mitten 

im Raum 

Und rausdien alle durdi das waldige Tor 

der Palmen und der Fahnen, ^^ 

verbrüdert der Erlaudite mit dem letzten Mohr, 

die ganze Ordnung hodigesdileudert aus den alten Bahnen 

und nodi die Toten wieder heißem Blut 

zurüdigegeben — : meine Fäuste stell idi gegen sie, 

Wut gegen Wut, 

bis der, der mein Verwarnen niedersdirie, 

wie Judas sidi entleibt vor Sdiam, 

die Söhne mit ihm hängen 

an den Laternen, wo sidi wildeste Verkehre drängen 

und nodi das Weib, das mit ihm niederkam, 

muß auf dem Sdieiterhaufen der Verfludiung raudien ! 

DER DRITTE GEFANGENE 
Bestimmt, und von metalTisdösm Kfang der Stimme 

Die Sdiuld ist nidit in eines Einzigen Gehirn gepreßt, 

der ganzen Welt Gesinnung stand auf Mord, 

du nodi bist Teil von ihr, da du mit wildem Wort 

26 



didi bäumst und nidit Verzeihen kennst und heiliges Ver» 

söhnungsfest. 
Vergiß den lärmenden Beginn und wie die Welt 
an dir emporsdilug: ein entsprungener Leopard, 
und wie du frorst in mitternäditigem Zelt 
und hinter dir dein Ruhm im Massengrab versdiarrt. 

Das Gefärm der Terne wird scßon deutfiSer und Beg feitet 

wie eine Musik von luBen die Szene. Der Raum ist tagßeß 

und von einer rosigen GefülTtBeit 

DER ERSTE GEFANGENE 
in fieBerBaftem Erwarten auf das 'Fenster zuscBreitend 
Strahl Lidit , . . Strahl Lidit! 



PER DRITTE GEFANGENE 

Ob hell umsdiäumt von gottgesandtem Traum, 
ob mit der Seele ungeheuer aufgeglüht — : 
mein tiefstes Innen blüht 
an dir empor, du Baum ! 

DER ERSTE GEFANGENE 
in irrsinniger Verzückung 

Strahl Lidit! Idi fühle klar Gesidit 
aus sdiwarzer Blutnadit tauen. 
Des Hauptes Biegung sdiwellt Gewidit 
und biegt die finsteren Brauen 
zurüde dem unverletzten Lidit, 
Strahl Lidit! Nie kamen nodi so sdinell 
Gewalten meines Hirns in Wallung,- 
versdiollene Landsdiaft fiebert hell 
vor eines Waldes blauer Ballung 



27 



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und strcidiclt micfi wie liebewarmes Fell. 

Und das Idi^Einst, . 

durch Abels Sdiarladisdiatten flutend, 

ist Träne die du weinst, 

wenn du an Gräbern blutend tJ 

entsdireitest und versteinst , , , - '■■^: 

Nodi höher idi — : Goldaugen^Paar, S 

ein Taubenflug von Füßen, v 

O Stimme wieder nah und wahr 

zu grüßen, ja zu grüßen 

midi abgebundenen Barbar. 

Ja, höher idi/ dodi will idi nidit 

Didi Lidit mir höher nodi erflehn, 

nur das mir zugewendete Gesidit 

durdi Mondalleen 

hinsingen wie ein Lobgedidit , . . 

Strahl Lidit —: zu ihr! Zu ihr! 

Es lenzt midi an, idi höre Laubfanfaren, 

Idi sehe sdion wie wir 

vertausendfadit uns um den großen Donner sdiaren -' : 

Tier^Zeit — : gefrier ! 

Gefrier! 

Die Ze[[e erzittert unter einem TreudenCärm von draußen. 

Einzefne Stimmen sind untersSeidBar. 

Der Erste Gefangene scBwingt siS am 'Fensterßofm empor, 

stößt einen Ruf Hinaus und faßt siS fangsam zurüc£faffen. 

Steßt mit dem Rücken, gesenkten Hauptes und mit verscßränkten 

Armen vor dem 'Fenster, 

Der Zweite Gefangene wirft sicB mißmutig auf das Stroß 

DER DRITTE GEFANGENE 
sicB zu dem Zweiten Gefangenen setzend 
Wie didi das trifft, blühend Zermalmter, 
daß es nodi Munde gibt, 

28 



^ .'-.M 



wo sdbon Zerstörung verqualmter 

brüdiige Herzen durdistiebt. 

Höre die Stimme des Einen, 

der Vielen zur Nadit, 

die wir in Gräbern weit meinen 

von Weiden und Weibern bewadit! 

Fühle des tauben Skeletts 

herzrotes Podien ,• 

über den Rost deines Betts 

Gottes Verdammung gesprodien. 

Wenn du das endlidi begreifst 

und die blutsdiuldigen Hände 

Milde erflehend steifst — : 

stürzen die Wände. 

Mensdilidier bist du verbunden 

tagblauer Stadt, 

wo die Straße wieder den runden 

Dreiklang der Türme hat. 

Und es sammeln sidi furditlos die Frommen, 

Brüderlidiem Verkehr 

ist das Einander^ Verstehen gekommen, 

der Berg und der Wald und das Meer. 

Ist nodi ein kleiner Sturm 

sAwarz vor der Sonne versammelt, 

krümmt sidi im Staub nodi ein Wurm 

und ein Fludi von Besiegten gestammelt ^: 

riidits was uns hemmt 

hell zu bekennen 

die Liebe, die kühl übersdiwemmt 

und wie nothaft wir brennen — : 

auf die Ruinen des sdiuldigen Einst, 

über Millionen, die du beweinst, 

die Fahne des heiligen Lamms als Weltgewissen 

zu hissen ! 

29 



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DER ERSTE GEFANGENE • '^i 

am "Fenster, immer noS wie aßwesend --"• 

Wenn das gelingt : 

dich, sdiwärzestes Geköpf am Dunajec, 

didi, vor Verdun getürmter Sdiädeldredc, 

eudi nodi lobsingt — : 

Stumpf unseres Rumpfs in kalter Regennadit, 

Fragment der Augen und des Ohrs 

hodi über sdiallende Radaus der Sdiladit 

Tenor und Baß des Pilgerdiors. 

Nidit Barrikade mehr, nidit mehr des Beils 

Geridit : nein, eines Brudertums 

heilige Ordnung . . . Christus, unseres Heils 

Ursadie nodi und Rune unseres Ruhms , . . 

! 

DER DRITTE GEFANGENE 
eindring ficßer auf den Zweiten Gefangenen einredend, der sicß 
wie in SSmerzen krümmend, auf der StroßsSütte wdfzt. Tie^ 

risSes GeBrülT 

Idi blase neuen Odem ein in dein Geäder, 

idi weite didi zum Siegestor, 

idi jage didi als Dampf durdi neue Räder, 

idi stufe didi zu meinem Papst empor 

und sitz auf deinem Haupt als roter Hut, 

Idi bin das Volk, das du regierst, 

Besitz, wonadi du stierst. 

Wenn Glod^en didi umstürmen 

und alle Frauen ihre Leiber vor dir türmen — : 

sdiredi nidit zurüd^ ,• idi will, daß dein gerafftes Blut 

einfließt in jede Kreatur. 

Fühl, daß dein Dasein erst beginnt. 

30 



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daß du in allem erst ein Kind, 

die Sdiöpfung bist! 

Und vor dir: eine niebefahrene Spur .. , 

Der Zweite Gefangene stößt ißn mit den Tüßen von siS. 
* Krümmt siS ganz Mein 

DER ERSTE GEFANGENE 
e^statisS 

Herr, idi vergeh vor soviel aufgehellter Welt! 
Wenn das kein Traum ist, löse diese Ringe, 
reiß auf das Tor, daß idi midi wiederbringe, 
<als Abenteurer nidit und angestaunter Held) 
nein, daß idi Teil bin jeder Kreatur, 
Wurm mit dem Wurm und Baum zu Baum, 
das Wasser einer Räderspur, 
die Lampe und der Atemgang im Raum, 

Gfo<£entöne, 'Fanfarenton und Vof^sgesänge zuweifen aus 

tiefer Ferne fiörßar 

DER DRITTE GEFANGENE 
scßarf auf das Fenster weisend, das eine unerhörte Landscßaft 

zeigt 
Von dir zu dem ist nur ein Sprung,- 
vergiß wie didi Gefangensdiaft verwirrte, 
wie lang die Nadit war und die Kette klirrte, 
sei wieder jung und mutgesdiwellter Sdiwung! 

DER ERSTE GEFANGENE 

schwingt sicß noS einmaf aufsSreiend an dem Fenster/jofm 

empor. Hängt mit den Knieen auf dem Sims und rütteft an dem 

Gitter, das pfötzficß naSgißt und ißn mit in die Fiefe reißt 

3t 



ttl.^^j_ff3vJ?».^Jf*.ii„-**Ji.. ._, I 




DER ZWEITE GEF ANGElSrE 
dem Dritten Gefangenen wifd an die KeBCe pCötzfiS. SSäu- 

mend vor Wut 3^' 

War das nicht Biß genug, elender Hund, 1^ • 

da du des Mensdien Maske dir ersdilidist? .'^s^ 

Der du Jahrtausende zerbradist . !t 

und ohne Grund 
uns nodi zerbridist? 

Wie bredien wir didi Brüdiigen entzwei 
mit Stümpfen unserer Gehirne? 
Wie brennen wir das Mal auf deiner Stirne 
nodi tiefer ein, daß es als Feldgesdirei, 
daß es als Fahne donnert über Golgatha, 
daß es den felsenfinsteren Wald t: 

der Kreuze rot umknallt — : 
Idi, Sdiuldiger, bin da? 

DER DRITTE GEFANGENE 

mit rußiger Sicßerßeit 

Gott nahm ihn fort, auf daß der Hieb 

des letzten Mords nidit als ein Mal, 

ein ewig blutendes Signal 

auf unseren Stirnen blieb. 

Die Sdiladit hat ausgetobt, 

im Flaum der aufgegrünten Weide probt 

die Amsel sdion den Psalm des Lidits. 

Die Urangst vor dem Nidits 

widi mit dem Atem dieses letzten Sdiädiers, 

krümmt sidi zur Pflugsdiar,- 

sein wir ihr — : Säehand, 

dem steinverwilderten Land 

das donnerlose Erntejahr, 

32 



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DER ZWEITE GEFANGENE 
stockend, wie von einem SSfuSzen unterßroSen 

Ein Etwas ist in deinem Wort, das schläfert ein 

wie ein Gebräu aus Minz und Mohn. 

Was vor Minuten nodi erklang wie Hohn : 

hat Melodie mit einem Mal und wälzt den Stein 

vom Herzen fort. Sdion weiß idi selbst nidit mehr 

zurecht in meinem hustenden Ergrimmen. 

Zwiespältige Stimmen 

berennen sich im Blut und werden schwer 

deutlicher Satz: dein schiefes Predigertum zu widerlegen. 

Ich steh wie unter einem Sommerregen, 

will stehn und fließe fort 

und flechte mich in ein gewaltiges Steuerrad 

und rase mit den Speichen über Bord , . . 

Wenn du nur einen Tag das stumme Tier 

im Graben warst, zermalmt von jener frostigen Gewalt, 

die mich geklammert hat — : 

»gehorche hündisch, oder, Hund krepier!« 

wenn deine Augen einmal nur durch jenen schmalen Spalt 

irrsinniger Wachheit aufschrien: »Erde steh!« 

kann dich kein Trost mehr freuen,- 

noch auf dein schluchzendes Bereuen streuen 

die Seelen der Erschlagenen den schwarzen Schnee . . . 

Und doch, dein Mut zum strahlenden Empor steckt an, 

Schorf wächst der Wunde 

und in meinem Munde 

gerinnt der bittere Geschmadc, ich kann 

schon wieder »Licht« und »Liebe« langsam sprechen, 

mit leiser Hand, aus der ein Feuer treibt, 

in deine Rechte brechen. 

33 



-^'■J?f- 



DER DRITTE GEFANGENE 
in tonender Zuneigung 

Nun bist du nidit mehr übermannt 

und so aus dir gedrängt 

von dem, was wie Gewitterhand 

die Himmel hat verhängt, 

Durdi Deiner Sinne wieder weit* 

und hodigebautes Tor 

rausdit Gottes Kinder*Ewigkeit 

und faltet didi empor. 

Du spürst aus jedem Stundensdilag 

ihr hämmerndes Gewidit, 

sie wölbt sidi über deinen Tag, 

bewegt dein Naditgesidit, 

Dir ist, als wärst du jetzt zugleidi 

hellseherisdi und blind, 

fühlst, daß das vorgefühlte Reidi 

gerade erst beginnt ! 

DER ZWEITE GEFANGENE 
mit inniger Entscßfossenßeit auf den Dritten Gefangenen zw 
scßreitend, der siS mit dem Rücken wider die Tür stemmt 

O, baue ihm das WoIken^Haus, 
den Raum, der Meere faßt 
und sende Engelzungen aus, 
daß alles, was nodi haßt, 
in würgendem Gelärm der Sdiladit 
sidi namenlos anstellt — : 
ins Kindsein wieder auferwadit 
und überströmt: o Welt! 

Gefdrm von Scßfüssefn pfötzficß. Ungeheuere Kraft stößt die 

Tür aufundtvirft den Dritten Gefangenen in die Ecke. Der 

Henker erscheint, rauchend vor Rote 

34 



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DER ZWEITE GEFANGENE 
SSritt für SSritt Bis zur Mitte des Raumes zurü<£tveiSencf. 

Starr 

OWelt... 

DER DRITTE GEFANGENE 
ßeßencf aus cfem Scßattendun^ef 

Nur einmal sprich das Vaterunser nocfi , . . vergiß den Sdiluß, 

sei wieder blondes Kind in grüner Wiege, 

idi sing didi ein, idi biege 

midi über didi mit meinem süßesten Kuß, 

Und wadist du auf, sind Rosen um dein Haupt gestellt, 

auf weißen Schuhen kommt das Schwesterchen geflogen, 

der gelbe Vorhang ist schon hochgezogen 

und um dich her ist alles zum Figurenbrett geschwellt. 

Der Dritte Gefangene, zögernd auf den Henker zu 

DER HENKER 
üßerfieBend gemein 

Du lächerlich verzwergtes Angesicht, 

du krummverkrampfter Rumpf — : berühr mich nicht! 

Herauf den Nacien, steif 

mir das Genick/ Fluch Gottes, du bist reif! 

DER ZWEITE GEFANGENE 

taumeft zurück. Eine Weife oßne Wort. Dann aßer aufßre^ 

cBend, maßfos und star^ 

Wenn eine einzige Sekunde nur mein Blut 
aussetzte stark zu sein — : du hast kein Recht 
die Ohnmacht meines Arms zu schmähn : zum Knecht 
bin ich noch nicht geschwächt, verdoppelt kocht die Wut 
mir hoch: dich Aug in Aug zu stellen. 



3 



35 



Herunter mit der Maske! Sdiwing das Beil, 

das nadi mir giert, und knüpf das Seil 

und laß dein hellstes Ladien über meine Zudiung gellen. 

Ordnung der Welt wird nimmer mit Musik gemadit, 

und wenn ihr jeden Zaun, der eudi umsdiirmt, abreißt 

und auf den Tafeln auslösdit das »Verboten«, 

sdirumpft das 2um Ladien windige Gespenst der roten 

Standarte zum Gefühl, das aufwärts weist. 

Dann wärt ihr Volk und Präsident zugleidi, 

nidit mehr der Edcstein, daß sidi Abenteuer daran reiben, 

dann wärt ihr Turm in dem Vorübertreiben 

der Zeit und das millionen jährige Reidi. 

DER HENKER 

(eitßt die SSufter des Zweiten Gefangenen Berüfirend, der wie 
vom K^e[ üBermannt Bis zum Tenster zurü<£weicBt 

Du warst mir sdion verfallen, da dein Mund 

den ersten Laut erbradi,- 

idi war die Fliege, die nadi deinem Händdien stadi, 

idi lief durdi deinen Traum : ein großer, sdiwarzer Hund, 

idi war, wenn didi der Lehrer sdilug, das Rohr, 

Die Münze, die dein Abendlauf verlor, 

hob idi mit hohlen Händen auf und blies 

die Lampe aus, wenn vor dem mitternäditigen Wetter 

dein Blut ersdirak. Des Bodens Bretter 

erknarrten unter meinem Sdiritt,- idi stieß 

didi in das Eis, idi sdimolz als Fieber 

durdi eine Dyphterie, vor der der Hausarzt widi, 

Idi warf didi in den Sdiadit als Wagensdiieber, 

da dein erwadites Idi 

gerade erst begann sidi groß zu fühlen. 

Idi war der Hunger, der den Sdiweiß 

auf deiner Stirn erhitzte siedeheiß 

36 



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und gab dir Alkohol, den Durst zu kühlen. 

Die feilste meiner Huren, daß sie didi betrog, 

ließ idi auf deine Inbrunst los, 

das Kind aus ihrem Sdioß 

war mein Gesidit . . . durdi dein Ergrimmen log 

idi midi als Redit und häufte Sdiuld auf Sdiuld 

auf deine Sdiultern/ alles trug 

die Maske meines Idis, idi sdilug 

in dein Gehirn die Runen Demut und Geduld, 

bis sidi das eingesdinürte Blut auf sidi besann. 

Willst du Vergeltung jetzt — : idi stelle midi, 

Stidi wider Stidi, 

Mann gegen Mann! 

W/g s/aS der Zweite Gefangene auf den Henker stürzen wilf, 
wirft siS der Dritte Gefangene pfötzfiS mit der ScBwere seines 
Körpers dazwiscBen und fängt mit der Brust den Ausfalf des 
Henkers Muf Verröcßeft kCagCos am Boden. Der Henker weiSt 
entsetzt zurück, die Augen mit den Händen Bescßattend 

DER ZWEITE GEFANGENE 
gefaßt und ßart 
Der alte Tridc: nodi diesen Augenblidi 
als Mauer zwisdien Tod und Tod gestellt. 
Es gibt auf dieser ausgerauditen Welt 
niemand, der für sidi selber bürgt mit dem Genidi. 
Nur Hieb und Knuff des Henkers sind der Sdiild, 
den ihr entgegenstemmt, wenn wir zu fediten 
uns bäumen, und auf das Gefühl von Knediten 
sind die Geridite zugesdinitten. Ihre Radie ist gestillt, 
wenn sidi im Blut das Haupt des Helden suhlt. 
Sein Grab nodi wird von eudi als Ärgernis gefühlt. 
Oh, es ist nidits als Himmelfahrt von eudi gehängt zu wer* 
nur daß ihr seid: die Tragik sonnenloser Erden! <den, 

37 



DER HENKER 
stockend, mit weinerficBem Zittern 

Du Unbekannter, den mein falscher Stoß 

umwarf wie ein getroffenes Reh-^ : 

aus deines Hauptes goldumsträhntem Sdinee 

klagt eine Sanftmut riesengroß. 

Verfludit die Faust! Verfludit der Sdiwung! 

Verfludit idi selber bis zum letzten Atemzug! 

Wie ruf idi wieder didi zurüdi zu hohem Flug 

aus diesem fließend roten Haufen Dung? 

DER TOD 
mit dem wefienden Mantef der Sterne pfötzfiS im Raum 
Krümm didi nidit klein, dein Sdiwerthieb war Geheiß 
der Madit, die midi ersdiuf zu sein 
nodi über den, der sidi zum zweiten Male als ein Stein 
hineinwarf in den toten Teidi. 
Jetzt zittert wieder Kreis zu Kreis 
und übersdiwemmt das Reidi . . . 
Verkauf an ein Museum Blodi und Beil, 
tu eine Sdienke auf, sdireib Memoiren 
und wenn nadi tausend henkerlosen Jahren 
mein Ruf didi wieder trifft, knüpfst du das Seil 
dir selber oder stirbst an einer Fürstin Gift, 

Der Zweite Gefangene wie ein eingefangener liger unrußig 

auf und aS 

DER HENKER 

Wo sind die Fürsten und die adeligen Damen, 

die nadits in meine düstere Werkstatt kamen 

gemein und geil und larvenlos? 

Gewalt der Mensdiheit lag vor meinem Hodimut bloß, 

38 



~-^ ,-: ^;,'^^Y?^^^?*^;r.-::?!-f 



idi spie auf das gehäufte Gold, Gelüst war mir: 
das gottentäußertc Tier 

in seiner sdiönen Buntgefled(theit zahm zu sehn. 
Und küßte es den Staub von meinen Zeh'n, 
sdiritt idi in riesigem Triumph auf das Sdiafott 
und stürzte einen graugewordenen Gott ... 

Dodi daß idi diesen Heiligen zerbradi, 
(Dein Arm half nadi!) 
Entgöttliditer/ zerpeitsdie midi! 
An alle Felsen sdimiede dieses Idi! 

DER TOD 
fjößnend 

Nennst du didi Löwe nodi und steilst das Gitter 

um deine Wildheit eigenhändig her? 

Daß idi nidit ladi,- mein Knedit ist süßen Weines sdiwer 

und hört aus dem Gezirp der Grillen rausdiende Gewitter. 

DER HENKER 
unwissend woßin mit äff er Scßufd 
Nur diese eine Nadit nodi hab mit mir Geduld! 

DER TOD 

Idi bin verwiesen diesem Land, 

idi habe midi ganz ausgegeben, 

sei du Gefäß und träditig für das neue Leben 

und wirke neue Sdiuld! 

DER HENKER 
wirft sicß üBer den Toten, sSfucßzt 

So hör du midi: idi muß wo hin 
mit meinem triefenden Bekennen, 

39 



laß midi nidit ungchört in meiner Sdiuld verbrennen, 

warum nur duldest du, daß idi nodi bin!? 

Stredi deine eisigen Fühler weiter vor, 

nur einen Namen flüstere zurüA dem Ohr, 

nur ein versdiüttetes Auge haudi lebendig. 

O knete midi zurüde ins Grün der Sdiülcrjahre, 

in jenen KnirpS unwissend vor der Bahre 

der Mutter . . . idi ersdilug sie eigenhändig 

um eine Münze für den Automat . . . 

... Idi büßte krumm gedudtt wie du die Tat, 

der blauen Feme und dem Kürassier vorbei. 

Auf gelbem Stoppeln wie ein Runzelweib 

muß idi nun Lidit für lange Lampenstunden 

erbetteln, bis ein Herr midi heimhetzt mit den Hunden. 

, . . Laß midi in deine Mildheit ein 

und Heimat werden wir uns beide sein, 

kein Wandern mehr zu fern, 

in unseren Händen ruhend jeder Kern , , . 

DER TOD 
reißt den Henker von cfer LeiSe zurück, wirft den Sternen- 

mantef üBer den Toten 

Tu dieses hündisdie Gedudc aus deinem Wort, 

von Anbeginn sdion stand dein Tag auf Mord. 

Darum sollst du mir leben, 

als sdiattenloser Sdiatten sdiweben, 

bis idi didi wieder rufe 

und hodi zu meinem Werkzeug stufe. 

DER ZWEITE GEFANGENE 
wie aus einem Versteck sicß auf den Henker stürzend 

O Blutgerudi des ewig Ruhelosen ! 

Du Strafgeridit, vor dem idi einst ersdirak — : 

40 



"' -^ .-^T-i^'-- <.-. : 



wie bist du blind, Sdiwert, das in goldener Sdieide stak, 

nun sidi die haarigen Hände über didi erbosen, 

die deine SAärfe streidieken mit mütterlidier Lust. 

Sieh, diese vorgewölbte Brust, 

hordi, was ihr Innen flüstert : 

dem letzten Wurm nodi bin idi zart versdiwistert. 

Sei mein Gespiel, dein Heulen ist erhört 

und dein Bereuen hat mein tiefistes Mitleid aufgestört. 

Mein Haus hat Raum für didj, du Held von Gestern. 

Einst warst du Sdiredt, jetzt bist du Melodie, 

Singvogel wie wir alle in den Juninestern 

und aus Geröll gewordene Harmonie. 

DER TOD 

das scßrec^ficße 5 ^e fett spreizend im LiSt 

Was tropfst du unbesiegter Stein 

didi aus . . . Du höhlst didi nidit hinein 

in eines Henkers Herz. Ihm mißfällt deine Art, 

der Rüdcfall sei dir Zukünftigen erspart. 

Das Haus dröBnt von stürmenden Scßritten. Draußen don* 
nern die großen Gfoc^en an 

DER ZWEITE GEFANGENE 
ßeffseßeriscß 

Idi fühle: meine letzte Zelle hast du nidit bewohnt, 

es stehen zwisdien dir und mir nodi Wände. 

Ein Turm ist da, idi hebe meine Hände 

und weiß, daß brüderlidie Huld mein Leben sdiont. 

Sdion ist die Straße wieder voller Mut 

und vor den großen Kesselfeuern bäumen 

sidi strotzende Gewalten in das Binnenmeer zu sdiäumen 

nadi einer Dürre die umrandet lag von Wut und Blut. 

4t 



DER TOD 

Wer fragt danadi, wie idi midi weiterquäle 

durdi eine Welt, die wieder grün beginnt? 

Der Wurm nodi, den idi mir als Form erwähle, 

weint, wenn das Leben seinem Sdileim entrinnt. 

Die Rasse Judas, des Verräters, wird nidit mehr geboren, 

nun Christus einen Erben hinterließ 

und jener Knedit, den idi verstieß, 

zum Mitmensdi auserkoren 

den Herrn verfludit. Aus meiner Haut kann idi 

in alle Ewigkeit nidit mehr heraus, 

idi bin in jedem Sdiidtsal warm zuhaus, 

idi kann nidit weinen über irgendeinen 

und liebe keinen von den deinen , . . 

Weshalb versudist du midi? 



DER HENKER 

zerBricßt das große Ricßtscßwert und wirft es dem Tod vor 

die "Füße 

Nidit du erkennst : Erkennender bin idi ! 
Christus zum zweiten Male starb für midi ! 

An der Zeffentür dann und wann GeBämmer. Der Zweite 
Gefangene wäcßst in eine ßfeiSe Gefaßtheit 

CHOR DER BÜRGER 
von der Straße ßeraufscBaffend 

Die breiten Straßenzüge 
voll goldner Eitelkeit 
waren die größte Lüge 
der abgelebten Zeit. 

42 



Die Geldverdiener alle 
auf Werften und im Sdiadit 
sie haben Gift und Galle 
in diese Welt gebradit. 

Es gab nur Vieh und Herren, 

Gedudcte und den Hieb, 

vor jedem Garten Mauersperren 

und eine Faust, die kalt: > Verboten« sdirieb. 

Wir haben das bezwungen ; 
mit Peitsdien nidit ^ : ein Liebessdiwur 
hat unsere Hoffart kleingesungen. 
Aufatmend jaudizt die Kreatur. 



DER HENKER 
von Ungewißheit zerspaften 

Die Stunde braust herbei, die uns enthüllt, 
und wir sind ohne Angesidit voll Sdiam, 
wie jene Hure, die in unser Zimmer kam, 
das Fell von tausend Griffen welk zerknüllt. 



DER ZWEITE GEFANGENE 
propBetiscß 

Nidit du, nidit idi, wir alle, alle flammen 

im Liditgewitter dieses Sterns zusammen, 

ein einziges, ein gottgewaltiges Gesidit, 

verklärt von Kindgemeinsdiaft und bewohnt von Pflidit: 

zu halten . . , ja, zu halten 

dies sdiöpferisdie . . . dies neuparadiesisdie Gestalten ! 

43 



DER TOD 
mit (fem Grau des Hintergrundes zerfließend 
Und wenn ich grau als Distel in der Wüste stände, 
die nodi der Sdiatten einer Wolke flieht — : 
von meiner Wurzel zweigte sidi kein Glied, 
das midi nidit an mein düsteres Dasein bände. 
Wie idi midi sdiuf, das bin idi überall, 
denn was bewegt wird, muß in meine Seele münden, 
der Stern, die Wiese und der Wasserfall. 
Idi war die Ursadie, jeden Willen zu entzünden 
und daß er, ein Komet, gesehen ward im All : 
das war mein Blühen und mein seliger Zerfall. 
JuBefnde Gewaft stößt die Zeffentür auf, Bürger in Gewdn - 
dern eines großen festes strömen herein. BCumen wacßsen aus 

hundert Händen 

CHOR DER BÜRGEN 
während der Tod aufhört zu sein 
Auferstandener Moses*Mann : 
führe uns nadi Kanaan, 
leite unsere zagen Sdiritte, 
sei den Näditen helle Wadit, 
heißen Tagen ölbaumfradit, 
sei der Kreis und sei die Mitte. 
Zug um Zug kamst du der Welt 
näher als ein letzter Held. 
Du erst bist das helle Wesen, 
das uns aus der tiefsten Not, 
über unseren eingebornen Tod 
heiligt, heiligt zu genesen, 

ASt weiße Irauen hehen den LeiSnam des Dritten Gefan- 
genen mit dem SternenmanteC auf die Schuftern und tragen ihn 
feierfich sSreitend hinaus 

44 



'»■V «?^-'R%?*^ '''^T"' V*?^?^>fl?'>W.- 



DER ZWEITE GEFANGENE 
siegBafi 

Du graue Welt, die von mir abfällt wie ein Grind, 
nun habe idi didi endlidi unter meinen Füßen, 
die Sdiuld, die sdion vor Reife stank, zu büßen. 
Auf einem andern Stern beginne idi als Kind, 
ein neuer Kern erbraust in meinem Blut 
und ungeheuer weiten sidi mir Straßen 
und Horizonte voller Sonnen ohne Maßen, 
daß idi sie mit des Volks verjüngter Flut 

durdidonnere, das Bradiland zu befruditen 

Dodi bin idi mehr als stürmender April, 

mehr als ein Flötensdirei im Mai: idi will 

mit diesem Götterheer die Ewigkeiten überwuditen! 

Umringt von den Bürgern enttveicßt der Zweite Gefangene, 
königficß aufrecBt, dem Raum 

Pause 

DER HENKER 
affein in dem sic6 fangsam verfinsternden GewofBe 

Oh, daß wir stumm sein müssen, wenn es gilt! 
Wir sdilagen unsere Stirne wund und fassens nidit. 
Was sieht uns an so unheilwild, 
daß keiner spridit? 

DAS ECHO DES TODES 
wie aus einem Brunnen dumpf Berauf 
Sdilaf . , . Sdilaf . . . und nidits als Sdilaf . . . 

Vorßang 



45 



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Gedichte 

DAS SCHWARZE REVIER 

Gedichte 



Im Verfüg Kurt Wofff/ Leipzig 
DIEEISERNEBRÜCKE 

Neue Gedichte 

DERSCHWARZEBAAL 

Novellen 

DAS TERZETT DER STERNE 

Neue Gedichte 



Im InseC -Verfüg / Leipzig 

DIEWOGENDESAAT 

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des EMIL VERHAEREN 



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Klaßund, Der himmlische Vagant. 

Ein fyrisdj.Port.d.Fran<;»isVillon. 
G, Kölwel, Die Frühe Landschaft. 

Gedichte, Skizzen und Novellen. 
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koko. Mit Buchschmudk der Zeit 
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